Das Monatsbudget

 

 1. Grundlage jeder Schuldenregulierung

Ein stabiles Monatsbudget ist der wichtigste Baustein jeder Finanzplanung oder Schuldenregulierung. Nur wer seine Einkünfte und Ausgaben detailliert kennt, kann seine finanzielle Zukunft realistisch planen und die Chancen auf eine Schuldenregulierung einschätzen.

 

2. Budgetordner, Budgetformulare

Ein umfassendes Haushaltbudget erstellen Sie am besten auf den Formularen der Budgetberatung BL (Tel. 061 / 461 30 49, www.budgetberatung.ch) oder unserer Fachstelle (Tel. 061 / 462 03 73, www.schuldenberatung-bl.ch). Sammeln Sie alle Dokumente, die zum Monatsbudget gehören in einem Budgetordner mit entsprechenden Registern für Lohnabrechnungen, Mietvertrag, Krankenkassenprämien, laufende Steuern, usw.

 

3. Alle Einnahmen auflisten

Wie viel Geld haben Sie monatlich zur Verfügung? Listen Sie alle Einnahmen auf: Netto-Einkommen, Gratifikation, Nebenverdienst, Renten, Kranken-, Unfall- oder Arbeitslosentaggelder, Alimente, privater Zustupf, andere Einnahmen. Bei unregelmässigem Einkommen rechnen Sie den Durchschnitt der letzten sechs Monate aus. Klammern Sie einen allfälligen 13. Monatslohn aus Ihrer Planung aus (Reserve).

 

4. Kennen Sie Ihre Ausgaben? Das "Ist-Budget"

Sind Ihre Ausgaben unklar, so machen Sie über mehrere Monate eine Budgetanalyse. Notieren Sie täglich Ihre Ausgaben und übertragen Sie Ende Monat die Summe auf das Monatsbudget, inklusive Rückstellungen (siehe 6.). So erhalten Sie ein "Ist-Budget" und wissen genau, wo Ihr Geld hinfliesst. Für eine Budgetanalyse eignet sich auch das "Haushaltungsbuch", wie es zum Beispiel die Migros anbietet.

 

5. Daueraufträge einrichten

Richten Sie für alle gleichbleibenden monatlichen Ausgaben bei Ihrer Bank oder Post Daueraufträge ein (zum Beispiel für Mietzins, Krankenkassenprämien, Alimente, Akonto-Zahlungen für Bundes-, Gemeinde- und Staatssteuern).

 

6. Rückstellungen

Machen Sie Rückstellungen für unregelmässige Ausgaben wie Versicherungen, Stromrechnungen, Kleider/Schuhe, Krankenkassen-Franchise, Selbstbehalt Arztrechnungen, Zahnarzt, Ferien, Geschenke, Anschaffungen (Steuern, wenn kein Dauerauftrag). Am besten eröffnen Sie für die Rückstellungen ein eigenes Konto.

 

7. Vom "Ist-Budget" zum "Soll-Budget"

Jetzt beginnt Ihre persönliche Budgetplanung! Wie müssen/können Sie Ihr Budget verändern, damit Ihr Finanzhaushalt wieder ins Lot gelangt? Überprüfen Sie jeden einzelnen Budgetposten. Haben Sie alle Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen ausgeschöpft (zum Beispiel  Lohngespräch mit Chef, Versicherungsleistungen, Prämienbeiträge für die Krankenkasse, Nebenverdienst, Kostgeldabgabe Lehrlinge, Untermiete, Mietzinsbeiträge)? Bei welchen Budgetposten sind Einsparungen möglich (zum Beispiel Krankenkassenprämien, Natel, Freizeit/Taschengeld, Auto, Lebensversicherung). Die Wohnungs-miete sollte 1/4 Ihres Einkommens nicht übersteigen.

 

8. Auto

Die Finanzierung eines Autos wird oft unterschätzt. Rechnet man alle Kosten ein (Benzin, Parkplatz, Steuern, Versicherung, Reparaturen, Service, Amortisation, eventuell Leasingrate) kommt bereits ein Kleinwagen schnell auf über Fr. 500.-- pro Monat zu stehen. Sie können mit einem (vorübergehenden) Auto-Verzicht Ihr Budget bedeutend entlasten.

 

9. Konsumkredite, Kreditkarten, Konto-Überziehung

Nehmen Sie keinen Kredit auf und benutzen Sie keine Kreditkarte, um andere Schulden zu bezahlen. Das verschafft zwar schnelle
Linderung, erhöht aber gleichzeitig Ihre Schulden. Treffen Sie stattdessen mit Ihren Gläubigern Ratenvereinbarungen aufgrund Ihrer realen finanziellen Möglichkeiten. Widerstehen Sie der Versuchung, Ihr Bankkonto zu überziehen.

 

10. Schuldenraten

Ihr Einkommen sollten Sie für Ihren Existenzbedarf (siehe Merkblatt "Existenzminimum"), die laufende monatliche Steuerbelastung und eine Reserve für Unvorhergesehenes einsetzen. Den Restbetrag teilen Sie auf Ihre Gläubiger auf und vereinbaren nach Möglichkeit monatliche Schuldenraten.

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