Ein neuer Trend bei Kindern
und Jugendlichen zeichnet sich ab: Schulden. Fast jeder dritte Jugendliche ist
betroffen. Kinder und Jugendliche sprechen besonders an auf Werbung. Nicht
umsonst zählen sie für Werbetreibende zu einer der wichtigsten Zielgruppen.
Durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr, die Kreditmöglichkeiten und das
Einkaufen per Mausklick ist Geld für viele Junge heute nicht mehr greifbar.
Überall finden sich Schuldenfallen. Es ist wichtig, dass Eltern und Jugendliche
lernen offen über Geld, Konsum und Werte zu reden.
Den Umgang mit Geld kann nur lernen, wer Geld zur Verfügung hat. Es empfiehlt sich, ein Monatsbudget mit allen Einnahmen und Ausgaben zu erstellen. Das Budget zeigt auf, was monatlich wiederkehrend zu bezahlen ist (z. B. Krankenkasse, Wohnkosten, Steuern, Telefonrechnung, U-Abo etc.) und was zur freien Verfügung übrig bleibt.
Schutz vor hohen Handykosten bietet die Prepaid-Karte. Vorsicht beim downloaden von Klingeltönen, Logos und MMS. Das ist mit hohen Kosten verbunden. Um immer und überall erreichbar zu sein, wird das Handy meist auch mit in den Urlaub genommen. Das Telefonieren im Ausland ist jedoch sehr teuer. Generell ist das Telefonieren auf dem Festnetz um ein Vielfaches günstiger!
Dass eine Kredit- oder
Kontokarte viel lockerer in der Tasche sitzt als eine Banknote, ist
unbestritten. Wer nicht zuerst den Barbetrag beschaffen muss, leistet sich viel
eher etwas Neues. Die Karte gibt einem das Gefühl über ein Portemonnaie mit
unendlicher Reserve zu verfügen und verleitet oft zu unüberlegten Einkäufen.
Kartenüberzüge sind vorprogrammiert. Um diese Schuldenfalle zu vermeiden,
empfiehlt es sich, keine Kreditkarte sondern eine Kontokarte ohne
Überziehungsmöglichkeit zu gebrauchen.
Kaufe heute, zahle morgen.
Mit Konsumkrediten lassen sich materielle Wünsche schnell erfüllen. Aber
Achtung: Konsumkredite sind teuer.
Wer beispielsweise über
fünf Jahre im Schnitt Fr. 10'000.-- offen hat, zahlt dafür zusätzliche
Zinskosten von bis Fr. 7'500.-- (bis 15% pro Jahr)! Wer schlau ist, spart sich
das Geld vor dem Kauf zuerst an (siehe Merkblatt "Konsumkredite").
Mit 18 ist man verpflichtet die Steuererklärung auszufüllen, auch wenn nichts zu versteuern ist. Diese ist korrekt und fristgerecht einzureichen. Man erspart sich damit viele Unannehmlichkeiten. Es ist frühzeitig daran zu denken, für die Steuern monatlich Rücklagen zu bilden oder entsprechende Akonto-Zahlungen an die laufenden Steuern zu leisten. Die Krankenkassen-Grundversicherung ist für Personen, die in der Schweiz Wohnsitz haben, obligatorisch. Die Krankenkassenprämien können von Kasse zu Kasse stark variieren. Vergleiche unter www.comparis.ch.
Ein Auto und dessen Unterhalt zu finanzieren ist teuer. Vor
der Anschaffung eines Autos erstellt man am besten ein Autobudget für Steuern,
Versicherungen, Reparaturen, Service, Benzin und Abschreibung. Die Fahrprüfung
inkl. Zusatzkosten wie Unterrichts-stunden, Nothelferkurs, Prüfungsgebühren etc.
ist kostspielig. Von Leasingverträgen ist dringend abzuraten, da das Leasen eine
sehr teure Finanzierungsart ist (siehe Merkblatt "Leasingverträge").
Alternativen zum Autokauf sind z. B: Beitritt bei Mobility Schweiz, private
Fahrgemeinschaften, öffentliche Verkehrsmittel.
Dazugehören um jeden Preis. Markenartikel verteuern das Leben
unverhältnismässig. In Elektronikmärkten liegen Prospekte für Konsumkredite
gleich neben der Kasse auf. Solche und andere Lockmittel verleiten zu
unüberlegten und schnellen Käufen. Klubeintritte, Getränke und Zigaretten machen
den Ausgang zum teuren Erlebnis. Wer nur einen bestimmten Barbetrag in den
Ausgang mitnimmt, läuft nicht Gefahr, sein Budget ins Uferlose zu überziehen.