Ein stabiles Monatsbudget
ist der wichtigste Baustein jeder Finanzplanung oder Schuldenregulierung. Nur
wer seine Einkünfte und Ausgaben detailliert kennt, kann seine finanzielle
Zukunft realistisch planen und die Chancen auf eine Schuldenregulierung
einschätzen.
Ein umfassendes Haushaltbudget erstellen Sie am besten auf den Formularen der Budgetberatung BL (Tel. 061 / 461 30 49, www.budgetberatung.ch) oder unserer Fachstelle (Tel. 061 / 462 03 73, www.schuldenberatung-bl.ch). Sammeln Sie alle Dokumente, die zum Monatsbudget gehören in einem Budgetordner mit entsprechenden Registern für Lohnabrechnungen, Mietvertrag, Krankenkassenprämien, laufende Steuern, usw.
Wie
viel Geld haben Sie monatlich zur Verfügung? Listen Sie alle Einnahmen auf:
Netto-Einkommen, Gratifikation, Nebenverdienst, Renten, Kranken-, Unfall- oder
Arbeitslosentaggelder, Alimente, privater Zustupf, andere Einnahmen. Bei
unregelmässigem Einkommen rechnen Sie den Durchschnitt der letzten sechs Monate
aus. Klammern Sie einen allfälligen 13. Monatslohn aus Ihrer Planung aus
(Reserve).
Sind Ihre Ausgaben unklar,
so machen Sie über mehrere Monate eine Budgetanalyse. Notieren Sie täglich Ihre
Ausgaben und übertragen Sie Ende Monat die Summe auf das Monatsbudget, inklusive
Rückstellungen (siehe 6.). So erhalten Sie ein "Ist-Budget" und wissen genau, wo
Ihr Geld hinfliesst. Für eine Budgetanalyse eignet sich auch das
"Haushaltungsbuch", wie es zum Beispiel die Migros anbietet.
Richten Sie für alle gleichbleibenden monatlichen Ausgaben bei Ihrer Bank oder Post Daueraufträge ein (zum Beispiel für Mietzins, Krankenkassenprämien, Alimente, Akonto-Zahlungen für Bundes-, Gemeinde- und Staatssteuern).
Machen Sie Rückstellungen für unregelmässige Ausgaben wie Versicherungen, Stromrechnungen, Kleider/Schuhe, Krankenkassen-Franchise, Selbstbehalt Arztrechnungen, Zahnarzt, Ferien, Geschenke, Anschaffungen (Steuern, wenn kein Dauerauftrag). Am besten eröffnen Sie für die Rückstellungen ein eigenes Konto.
Jetzt
beginnt Ihre persönliche Budgetplanung! Wie müssen/können Sie Ihr Budget
verändern, damit Ihr Finanzhaushalt wieder ins Lot gelangt? Überprüfen Sie jeden
einzelnen Budgetposten. Haben Sie alle Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen
ausgeschöpft (zum Beispiel
Lohngespräch mit Chef, Versicherungsleistungen,
Prämienbeiträge für die Krankenkasse, Nebenverdienst, Kostgeldabgabe Lehrlinge,
Untermiete, Mietzinsbeiträge)? Bei welchen Budgetposten sind Einsparungen
möglich (zum Beispiel Krankenkassenprämien, Natel, Freizeit/Taschengeld, Auto,
Lebensversicherung). Die Wohnungs-miete sollte 1/4 Ihres Einkommens nicht
übersteigen.
Die Finanzierung eines Autos wird oft unterschätzt. Rechnet man alle Kosten ein (Benzin, Parkplatz, Steuern, Versicherung, Reparaturen, Service, Amortisation, eventuell Leasingrate) kommt bereits ein Kleinwagen schnell auf über Fr. 500.-- pro Monat zu stehen. Sie können mit einem (vorübergehenden) Auto-Verzicht Ihr Budget bedeutend entlasten.
Nehmen Sie keinen Kredit auf und
benutzen Sie keine Kreditkarte, um andere Schulden zu bezahlen. Das verschafft
zwar schnelle
Linderung, erhöht aber gleichzeitig Ihre Schulden. Treffen Sie stattdessen mit
Ihren Gläubigern Ratenvereinbarungen aufgrund Ihrer realen finanziellen
Möglichkeiten. Widerstehen Sie der Versuchung, Ihr Bankkonto zu überziehen.
Ihr Einkommen sollten Sie für Ihren Existenzbedarf (siehe Merkblatt
"Existenzminimum"),
die laufende monatliche Steuerbelastung und eine Reserve für Unvorhergesehenes
einsetzen. Den Restbetrag teilen Sie auf Ihre Gläubiger auf und vereinbaren nach
Möglichkeit monatliche Schuldenraten.